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Esketamin: Wirksamkeit und Sicherheit nicht belegt


Esketamin: Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit


Esketamin ist die enantiomerenreine Form des racemischen Narkosemittels Ketamin.
Missbräuchlich wird Ketamin als Straßendroge verwendet.
Esketamin ist als Nasenspray in der EU zur Behandlung von therapieresistenten Depressionen zugelassen.

Eine Forschergruppe um Thomas J. Moore untersuchte in einer kürzlich veröffentlichen multidisziplinären Übersichtsarbeit die Wirksamkeit und Sicherheit von Esketamin bei der Behandlung von Depressionen.

Safety and effectiveness of NMDA receptor antagonists for depression: A multidisciplinary review auf Pharmacotherapy, Juli 2022

Laut den Forschern konnte weder Sicherheit der Substanz noch eine höhere Wirksamkeit im Vergleich zu einem Placebo nachgewiesen werden.

Sie schreiben zur Wirksamkeit bei der Behandlung von Depression und Suizidalität:
"Die vielversprechenden Ergebnisse, die in den kleinen, monozentrischen Studien mit einer Einzelinfusion mit racemischem Ketamin beobachtet wurden, konnten in den größeren multizentrischen Studien mit Esketamin-Nasenspray im Allgemeinen nicht wieder dargestellt werden."

"Das wissenschaftliche Ziel einer raschen Reduktion der Suizidalität mit Esketamin im Vergleich zur üblichen Behandlung wurde in keiner der drei klinischen Studien erreicht."

Bezüglich der Sicherheit:
"Unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Studien, die in dieser Bewertung überprüft wurden, stellen wir fest, dass weder Ketamin noch Esketamin für eine längere klinische Anwendung zur Behandlung von Depressionen als sicher erwiesen wurden. In subanästhetischen Dosen ist Ketamin eine gut dokumentierte Sucht- und Missbrauchsdroge. Bildgebende Verfahren im Rahmen von Tierstudien zeigen bereits Schäden an den Nervenzellen, wenn die Tiere der Substanz nur kurz ausgesetzt waren.Bei längerer Anwendung können die erzeugten abnormalen Vakuolen (Zellorganellen) die Selbstreparaturkapazität der Nervenzellen überschreiten und den apoptotischen (programmierten) Zelltod auslösen."

"Der veränderte Bewusstseinszustand, der durch Ketamin und Esketamin hervorgerufen wird, variiert mit Dosis, Dauer und psychischer Gesundheit des Patienten. Umfangreiche Studien zeigen jedoch, dass das veränderte Bewusstsein von einer milden, vorübergehenden, aber angenehmen Euphorie bis hin zu Halluzinationen, Wahnvorstellungen und anderen Formen klinisch signifikanter Psychosen reicht. Obwohl bei den meisten Patienten vorübergehend, kann der veränderte Bewusstseinszustand andauernd sein oder wiederkehren, auch nachdem das Medikament nicht mehr im Organismus ist."


Ausführlicher Artikel zur Studie: Ketamin gegen Depressionen stellt ein „erhebliches Risiko für die Öffentlichkeit“ dar auf MIA, auf Deutsch anzeigbar
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Team PsyAb für den Beitrag:
Berta
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